Dienstag, 23. Januar 2018

E-m@il für sich

Soll neu verfilmt werden.
Rosamunde wird Drehbuchautorin

Hannover wird Kulturhauptstadt, beworben werden muss sich nicht mehr. Hannovers größte Schriftstellerin, die sich als Oberbürgermeisterin ein Zubrot verdient, schafft das allein. Das geht aus der Personalakte hervor, die Rosamunde Schostok nur selten aufschlägt. Doch heute hat sie in dieser Akte eine mail aus Hollywood entdeckt, die von ihren Mitarbeiterinnen mit dem Vermerk "Nicht eilig, kann warten" versehen wurde. 

Welche Gedanken Rosamunde Schostok durch den Kopf gegangen sind, als sie las, dass der Kino-Erfolg aus dem Jahre 1998 mit dem Titel "E-m@il für dich" neu verfilmt werden und sie das Drehbuch schreiben soll, weiß nur sie. Wie glücklich war sie doch, nicht nur wegen der ihr zuteil gewordenen Ehre, sondern auch wegen ihrer Angewohnheit, nur mails zu lesen, auf denen "Nicht eilig, kann warten" steht.

Deshalb übersah sie erneut eine "E-m@il für sich", die sie vorige Woche vom Kulturdezernenten Harald Härke bekommen hatte und die den Vermerk "Eilt, bitte sofort vorlegen" trug. In dieser eiligen Nachricht erklärte Härke seinen Rücktritt vom Rücktritt. Das hat Rosamunde Schostok heute aus der "Neuen Presse" erfahren. 

Sogleich eilte Hannovers künftige Drehbuchautorin zu ihren Mitarbeiterinnen, um anzuordnen, dass Tageszeitungen stets mit dem Hinweis "Spannend, unbedingt sofort aufschlagen" zu versehen sind, damit ihr schlechte Nachrichten erspart bleiben. 


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