Mittwoch, 18. Februar 2015

Gabi ohne Kammer

Und Rosamunde treibt sich für Kultur herum

Da hat die große hannoversche Schriftstellerin Rosamunde Schostok, die nebenbei als Oberbürgermeisterin ein kleines Zubrot verdient, nur mit dem Kopf geschüttelt, als ihr die CDU vorwarf, sie treibe sich in "Klüngelkreisen" herum, weil sie in der niedersächsischen Landeshauptstadt die Kultur stärken will, die ihr sehr am Herzen liegt, wenn im "Spiegel" die Bestsellerlisten erscheinen und im Rathaus willige Dezernenten. Ihr war sofort klar: "Klüngelkreise" gibt es gar nicht, weil Filz nicht kreisen kann. Also kreiste sie dieses Wort in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) ein und schrieb daneben: "Unsinniger Unfug!" Schon war Rosamundes klüngelfreie Welt wieder in Ordnung. Das war schön.

Weniger schön war heute der HAZ-Leitartikel, obwohl ebenfalls von einer großen Dichterin geschrieben, die Gabi Stief heißt. Früher schrieb sie über kulturelle Veranstaltungen, die sie gar nicht besucht hatte, heute schrieb sie über Pflegekräfte, die nicht nur für die Diakonie arbeiten, sondern auch noch für Co., also für Diakonie & Co. Einleitend stellte Gabi fest: "Ärzte haben eine Ärztekammer, Psychotherapeuten eine Psychotherapeutenkammer. Und Pflegekräfte? Bisher müssen sie auf eine eigene berufsständische Vertretung verzichten. Niedersachsens Sozialministerin will das nun ändern. Eine gute Idee? Nein."

Da nickte Rosamunde mit dem Kopf, der gefüllt wurde mit weiteren Kammern. Die allerdings eine gute Idee waren - wie für Tennisspieler die Besenkammer, wo der Boris dermaleinst mit größeren Bällen spielte als sonst, ohne daraus einen Beruf zu machen. Dann hätte der Spaß auch gleich wieder aufgehört wie für Gabi Stief bei Pflegekammern und für Rosamunde Schostok bei "Klüngelkreisen".