Sonntag, 18. Mai 2014

In Zange nehmen

Foto 1. Sie hat zu viel Platz.
















Stadtgesellschaft rückt zusammen

Die Stadtgesellschaft muss enger zusammenrücken. Schreibt die große Dichterin Rosamunde Schostok immer wieder. Und wenn die Oberbürgermeisterin gewordene großartige Schriftstellerin Gelegenheit dazu bekommt, dann sorgt sie auch dafür. Wie jetzt am Lister Platz und auf der Podbielskistraße (Podbi). Die Radlerinnen und Radler, die von der Ferdinand-Wallbrecht-Straße in die Podbi abbiegen (Foto 1) haben allerdings noch zu viel Platz zwischen sich und dem Autoverkehr.

Zusammengerückt wird auf der anderen Seite umso enger. Radlerinnen und Radler, die in die Bödekerstraße abbiegen wollen, werden in die Zange genommen. Rechts Autofahrerinnen und Autofahrer, links Autofahrerinnen und Autofahrer. Der Radweg ist rot markiert. Noch mit Farbe. Irgendwann auch mit Blut, das bekanntlich ebenfalls rot ist. Rosamunde Schostok kennt die Farbenlehre der Zusammenstöße.

Auch an die Versorgung von Verletzten hat die Oberbürgermeisterin gewordene großartige Schriftstellerin gedacht. Am Ende des Radweges gibt es dafür ein rotes Extra-Feld. Schaulustige passen allerdings nicht mehr mit drauf. Die müssen von der gegenüber liegenden Bushaltestelle aus zusehen - und werden froh darüber sein, dass sie sich für ein öffentliches Verkehrsmittel entschieden haben.

Fotos mit linker Mousetaste vergrößern.

Foto 2. So ist es richtig.

Samstag, 17. Mai 2014

Über den Sockel

Der leer ist hat Rosamunde einen Augenblick lang nicht nachgedacht 

Da hat Hannovers große Dichterin Rosamunde Schostok einen Augenblick lang nicht nachgedacht, als die Bildhauerin Christiane Möbus König Ernst August vor dem hannoverschen Hauptbahnhof vom Sockel holen und in Göttingen vor dem Hauptbahnhof gar nicht wieder auf den Sockel stellen wollte. "Wenn der leere Sockel gefällt - warum nicht", sagte die Oberbürgermeisterin gewordene Schriftstellerin gegenüber der "Neuen Presse" Hannover - und bedachte nicht, dass ein leerer Denkmals-Sockel einem Buch mit leeren Seiten gleicht, was bei Rosamundes Meisterwerken bedauerlich wäre, denn auf leeren Seiten könnte man nicht mehr lesen, was sie Wundervolles geschrieben hat.

In Göttingen nicht auf den Sockel gehoben werden sollen die "Göttinger Sieben", die sich als Professoren im Jahr des 100-jährigen Bestehens der Universität gegen den hannoverschen König Ernst August gewandt haben und ihn des Verfassungsbruchs beschuldigten. Darauf reagierte der König wie die große Dichterin Rosamunde Schostok niemals reagieren würde: Er warf diese Professoren raus, einige warf er sogar aus dem Land, das heute mit großer Begeisterung die Meisterwerke von Rosamunde Schostok liest.

Christiane Möbus hat den Sockel, auf dem in Hannover Ernst August gen Innenstadt reitet, nach gebildhauert. Den Spruch "Dem Landesvater sein treues Volk" ersetzte sie, sie entschied sich für "Dem Landesvater seine Göttinger Sieben". So will sie die Bilderverehrung auf den Sockel nehmen, ohne etwas auf diesen Sockel zu stellen. 

Das findet Rosamunde Schostok nicht verwerflich. Kritik an Ernst August sei erlaubt. Möglicherweise, weil dieser König schon lange tot ist und das treue Volk von damals auch, während das treue Volk von heute der großen Dichterin Rosamunde nicht vor dem Bahnhof huldigt, sondern in Buchhandlungen. Wäre das nicht so, bekäme der bekannte Satz "Wir treffen uns unterm Schwanz" eine Bedeutung, die keiner Schriftstellerin auf dieser Welt gefallen könnte, es sei denn, sie wollte nächstes Jahr beim European Song Contest als Lister Knackwurst auftreten.  

Sonntag, 4. Mai 2014

Wie ungepflegt, Rosamunde!

Nur der Postbote soll ordentlich sein?

Die Meisterwerke der großen hannoverschen Dichterin Rosamunde Schostok gibt es sicherlich auch in der Stadtbibliothek von Vahrenwald. Die Stadtbahn hält direkt davor, bevor es kein Halten mehr gibt auf dem Weg zu den Regalen mit den großartigen Büchern dieser Oberbürgermeisterin gewordenen Schriftstellerin.

Allerdings: Dieser Weg wird kein gepflegter sein. Er ist ein wenig schmutzig und unansehnlich viel zu sehr. Der Zusteller wird zwar ermahnt, Zeitungen und Zeitschriften nicht in einen x-beliebigen Briefkasten zu stecken, sondern in einen bestimmten, aber für den Müll drumherum kann der Zusteller sicherlich nicht verantwortlich gemacht werden. Oder plant Rosamunde etwa neben Freizeitheim, Stadtbibliothek und Hallenbad auch noch eine Müllverbrennungsanlage zur Versorgung des Stadtteils mit Energie, über den Bürgerinnen und Bürger, Erwachsene und Jugendliche im Jahre 1987 eine Broschüre mit dem Titel "Geschichten aus der Vahrenwalder Erzählstube" geschrieben haben, die von unserem damaligen Literaturverein "Dachluke" in Zusammenarbeit mit dem Freizeitheim herausgegeben worden ist?

Damals bauten wir an jedem Samstag vor dem Freizeitheim einen Stand auf, die Leute kamen zuhauf und erzählten aus dem Leben eines Butjers, eines Flüchtlings, eines Streetworkers und eines Studenten. Kinder aus Vahrenwald füllten Wunschzettel aus, die Klasse 10 C der Werner-von-Siemens-Schule machte Interviews, ein Obdachloser hatte jede Hoffnung auf einen Arbeitsplatz fahren lassen: "Ich werde überall abgelehnt." Weil er obdachlos sei.

Seinerzeit war das Freizeitheim grau und hässlich. Das hat sich geändert. Und morgen ändert Rosamunde das mit dem Müll drumherum...